Dresscodes

«Viele sind angezogen, aber nur wenige gekleidet.» Walter Burton-Baldry (1884 – 1940)

Die Feststellung des britischen Lyrikers hat bis heute ihre Gültigkeit. Wir zeigen Ihnen, wie Mann sich adäquat kleidet.

Geschäftliche Verpflichtungen, private Partys, Bälle, offizielle Empfänge, Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen oder Weihnachten: Höchst unterschiedliche Anlässe, die nach einer variierenden Garderobe verlangen, die der Gastgeber hin und wieder mit einer Kleiderordnung bestimmt. So kann es vorkommen, dass man sich über den gewünschten Dresscode nicht im Klaren ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diesbezügliche Vermerke auf Einladungsschreiben richtig deuten.

Denn bei offiziellen Festen macht es schlicht einen schlechten Eindruck, wenn Mann nicht angemessen gekleidet erscheint. Bei privaten Einladungen ist es eine respektvolle Geste an den Gastgeber, sich dessen Fest entsprechend anzuziehen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie mit pfiffiger bis eleganter Garderobe in jeder Situation eine gute Figur machen und einen bleibenden optischen Eindruck hinterlassen.

Auf  der Einladung steht:
Will heissen:
  • Grosser Gesellschaftsanzug
  • Cravate blanche
  • White tie
  • Grande tenue
Frack

  • Gesellschaftsanzug
  • Kleiner Gesellschaftanzug
  • Cravate noir
  • Black tie
  • Tuxedo
Smoking

  • Abendanzug
  • Tenue de ville
  • Informal
  • Dark lounge suit
dunkler Anzug

  • Elegant Shabby
  • Sport shirt
  • Open neck
  • Casual wear
gepflegte Freizeitbekleidung
Das gehört zum perfekten Outfit:
  • Von den rund 20 verschiedenen Krawattenknoten sollten Sie die 2 wichtigsten beherrschen, um für die verschiedenen Kragenformen und Krawattenmaterialien den jeweils passenden zu wählen. Mehr dazu weiter unten…
  • Immer wieder ein Thema ist die Frage, welche Knöpfe am Veston geschlossen werden. Die Lösung ist ganz einfach: den Untersten nie. Das heisst: bei 3-Knopf-Veston die ersten beiden von oben, bei den wieder vermehrt anzutreffenden 2-Knopf-Veston, nur den Oberen.
  • Bei der richtigen Hemd- und Vestonärmellänge soll die Hemdmanschette bei ausgestreckten Armen etwa 1,5 cm unter dem Vestonärmel hervorlugen, was vor allem auch bei Hemden mit Manschettenknöpfen wichtig ist.
  • Leider oft vernachlässigt, jedoch das Tüpfchen auf dem i zu Ihrem schönen Anzug ist ein passendes Einstecktuch, auch «Pochettli» genannt. In verschiedenen Farben und Materialien erhältlich, rundet es die gepflegte Gesamterscheinung ab. Und bei Hochzeiten: Eine weisse Chrysantheme für das Knopfloch.
  • Schwarze schlichte Schuhe, zum Beispiel ein «Oxford», eignen sich perfekt für den festlichen Anlass.

Das ist verpönt:

  • Schwarze Schleife zu weissem Jackett – denn dann besteht bei Hochzeiten akute Gefahr für den Bräutigam, mit dem Oberkellner verwechselt zu werden.
  • Weisse Socken oder Sportsocken zum dunklen Anzug.
  • Zu kurze Socken, die den Blick auf behaarte Beine freigeben.
  • Wenn die Gäste an einer Hochzeit prunkvoller erscheinen als das Brautpaar.
  • Unbequeme Mode, in der Mann das Fest nicht geniessen kann.
Krawattenknoten
Four in Hand
(einfacher Knoten)

Der halbe Windsor
(doppelter Knoten)
Hemdkragen
Kent-Kragen:
Der Klassiker für Anzüge. Immer häufiger lehnt er sich in der Form an den Haifisch-Kragen an.

Haifisch-Kragen:
Modischer Kragen, besonders gut für Business-Anzüge geeignet.

Button-Down-Kragen:
Freizeit und Business, allerdings zu vermeiden bei offiziellen Anlässen und Einladungen.

Eingehängter Kragen:
Freizeit und Sommer, nicht jedoch unter Pullover zu tragen.

Kläppchenkragen:
DIE Wahl zu Smokings, jedoch nur mit Fliege und nie mit Krawatte kombinierbar.

Stehkragen:
Ein Kragen für die Freizeit, zu vermeiden in Kombination mit Business-Kleidung.

Vario-Kragen: Freizeit, auch mit Pullover. Wegen des fehlenden obersten Knopfes weder mit Krawatte noch mit Business-Kleidung zu tragen.
Literaturnachweis:
Alles über Krawatten: Das Buch «Krawattenknoten» von Nina Pohlmann ist sehr zu empfehlen (ISBN 3-7742-6164-4).

Für modebewusste Menschen generell: Das reich illustrierte Buch «Der Gentlemann - Handbuch der klassischen Herrenmode» von Bernhard Roetzel. (ISBN 3-89508-637-1)